Marsabit Konflikt und Versöhnung

Im Grenzgebiet Kenias zu Äthiopien und Somalia und leben zahlreiche ethnische Gruppen von nomadisierenden Hirten in Konkurrenz um Wasser, Weideland und Vieh.

Zwischen zwei Gruppen war der Konflikt zu Gewalt mit Toten durch moderne Schusswaffen eskaliert. Er dauerte über 20 Jahre.

 

Elisabeth Kimau und Irmtraud Kauschat haben in einer langfristigen Mediation seit 2010 die dem Konflikt zugrunde liegenden Sozialstrukturen und Bedürfnisse geklärt und den Menschen durch Empowerment ermöglicht, sich zu begegnen und Frieden zu schaffen.

Heute gibt es zwischen den zwei Gruppen um Marsabit zahlreiche Begenungen mit friedenserhaltenen Anschlussprojekten.

 

Netzwerk Gewaltfreie Kommunikation IBAN DE64 5085 0150 0000 7325 08

 

Ein kurzes Video gibt es hier  -  den Link kopieren und aus mehreren Sprachversionen wählen:


http://collegamentoch.focolare.org/en/2016/06/17/lottando-per-la-pace-a-marsabit-kenya-2/

 

Im Grenzgebiet Kenias zu Äthiopien und Somalia leben zahlreiche ethnische Gruppen von Pastoralnomaden in Konkurrenz um Wasser, Weideland und Vieh. Geographisch und ethnisch ist der Konflikt größer als das folgende Fallbeispiel vermittelt.

Traditionell schützen die jungen Männer als Krieger die Kinder, Frauen und Ältere sowie das Vieh mit Speeren; die Ältesten treffen die  Entscheidungen; jüngere Frauen erwählen erfolgreiche Krieger, ältere Frauen/ Witwen initiieren Racheakte.

Inzwischen sind die Krieger mit Sturmgewehren ausgerüstet, die Gewalt ist eskaliert und es werden Erwachsene und Kinder getötet. Die Existenzgrundlage Vieh wurde vernichtet, so dass Überlebende Hunger leiden und z.B. der Schulbesuch vieler Kinder nicht möglich ist.

 

 

 

Elisabeth Kimau arbeitet seit 2010 als kirchliche Sozialarbeiterin zur Befriedung im Konfliktgebiet. Durch geduldige Integration in einige Clans, ehrenamtliche Arbeit für die erbetenen Grundbedürfnisse, z. B. Unterricht, sowie Analyse und Eingehen auf das Sozialgefüge gewann sie während mehrerer Jahre das Vertrauen der Ältesten, die sie schließlich um Rat zur Beendigung der Feindseligkeiten baten.

 

Elisabeth Kimau nahm in Nairobi an einem Training zur Non-Violent Communication von Irmtraud Kauschat teil. Zusammen konzipierten sie eine Mediation für die Ältesten 2011 in Nairobi, zwei Tagesreisen von der Konfliktzone entfernt.

Die Gruppen erkannten sich in der Begegnung als Menschen, die vergleichbares Leid erfahren hatten mit identischen Bedürfnissen nach Sicherheit, Wohnung, Nahrung und Unterricht für ihre Kinder; aber auch nach Anerkennung, Ruhm und Wertschätzung für die jungen Männer.

 

Ein Teilnehmer beschrieb ein Erfolgskriterium so:

“die anderen Organisationen sagen uns, was wir tun sollen. Ihr aber fragt, was wir wollen. So kommen wir zu Lösungen, die zu uns passen. Ihr belehrt nicht sondern fragt nach unseren Bedürfnissen, was wir brauchen.“

 

Die Gestaltung der Begegnungen zwischen den Ältesten 2011, den Kriegern 2012 sowie zwischen Witwen 2013 und erneut mit den Kriegern und „Area Chiefs“ (von der Regierung eingesetzten Verwaltungsbeamten) holte alle Beteiligte ins Boot.

Gemeinsam entwickelte Zusammenarbeiten zwischen den Ethnien z.B. Restaurierung einer Quelle sorgen für Frieden. Im Anschluss an die Mediation wurde die Friedensgruppe „Amanasie“ gegründet, in der alle ethnischen Gruppen aus der Region vertreten sind und sich für Frieden engagieren. In anderen Gebieten in Kenia gibt es aber immer noch Gewalt und auch bei den beiden Ethnien, mit denen Elisabeth Kimau arbeitet, ist der Verzicht auf Waffengewalt immer noch fragil.

 

Das Gebiet hat sich wirtschaftlich noch lange nicht erholt, viele Menschen leiden Hunger und viele Kinder gehen nicht zur Schule.

Materielle Unterstützung durch Kimaus Organisationen gibt es nur auf Initiative und konkrete Anfrage der Gruppen. Dabei werden die Anschlussprojekte wie zum Beispiel Ziegenhaltung mit Austausch des Ziegennachwuchses so gestaltet, dass für Kooperation, Reziprozität (Ziegenkitze der Gruppe A werden an Gruppe B übergeben und umgekehrt), und für die Verbreitung der Methode und Verbesserung der Lebensgrundlage gesorgt wird. Weitere Einzelheiten sind beschrieben unter „Projekte in Planung“.